Mit Arbeitssicherheit zu Spitzenleistungen im Unternehmen

In zahlreichen Unternehmern und von vielen Führungskräften wird das Thema Arbeitssicherheit als lästiges Add On mit dem man sich beschäftigen muss angesehen. Es kommt noch dazu, dass das Thema Arbeitssicherheit oft als ein rein technisches Thema angesehen wird. Dies bedeutet, dass man nach einem Arbeitsunfall sich v. a. auf technische Verbesserungen konzentriert hat und so ein Schutzgitter nach dem anderen angebracht wurde. Dies kostet viel Geld und führt oft zu noch größerer Arbeitsbehinderung. Deshalb und weil man zudem Angst vor möglichen rechtlichen Folgen hat, wird das Thema Arbeitssicherheit oftmals verdrängt und auf die minimale Notwendigkeit reduziert. In vielen Fällen werden Mitarbeiter, die einen Arbeitsunfall hatten, als Schuldige abgestempelt und allein für den Vorfall verantwortlich gemacht.

Ich möchte hier eine kurze Anmerkung machen. Wenn ein Thema als ein reich technisches Thema gesehen wird, dann hat es ja mit dem Menschen nichts oder nur wenig zu tun. So wird in vielen Unternehmen Verantwortung abgeschoben und auf die Technik reduziert. Wenn ein Mitarbeiter selbst schuld ist am Unfall, dann hat die Führung ja nichts damit zu tun. Zwei große Fehler, wie wir noch sehen werden.

Zunächst stellen wir uns die Frage, wie es zu Arbeitsunfällen kommt. Bei Unfallanalysen fällt auf, dass bei fast allen Arbeitsunfällen menschliches Fehlverhalten im Spiel ist. Nicht als einzige Ursache, aber als eine Ursache, die oftmals den Unfall auslöst. Also muss man sich doch die Frage stellen, wie kommt es zu einem bestimmten Verhalten eines Mitarbeiters im Unternehmen? Es gibt viele Einflussfaktoren, die wir in drei Kategorien zusammenfassen können.

Zunächst orientiert sich das Verhalten eines Menschen immer an seiner inneren Einstellung. Diese haben wir durch unsere Sozialisierung erworben, also durch all die Dinge, die in unserem Leben bisher auf uns eingewirkt haben. Wie wir alle wissen, gibt es Menschen mit völlig unterschiedlichen Einstellungen. Es gibt sehr risikobereite und risikoscheue Menschen, sehr disziplinierte und undisziplinierte Menschen, Menschen die sich an Regeln orientieren und solche, die Regeln sich so auslegen, dass sie es dann einfacher haben. Wir erkennen, dass bereits die Personalauswahl einen großen Einfluss auf das Verhalten der Mitarbeiter hat.

Das Verhalten eines Mitarbeiters ist weiterhin sehr stark geprägt durch das, was von der Führung gewünscht, gefordert, zugelassen und vorgelebt wird. Sie kennen bestimmt den Satz: Mitarbeiter tun das, was Führungskräfte zulassen. Und das, was Führungskräfte zulassen, wird dann zur Norm. Ein weiterer Satz gehört zu meinen Lieblingsaussagen im Seminar. Bitte prüfen Sie, inwiefern Sie ihn nachvollziehen können. Er lautet: „Der machtvollste Weg, um auf Menschen Einfluss zu nehmen, ist, ein Vorbild zu sein.“ Das Verhalten von Autoritätspersonen wird immer als Leitschnur genommen und in vielen Fällen unbewusst auf das eigene Verhalten übertragen. Es ist also wichtig, wie die Führungskräfte ihre Vorbildfunktion im Unternehmen wahrnehmen. Leben sie, was sie sagen, oder predigen sie Wasser und trinken Wein? Ebenso ist die Frage zu stellen, ob das Thema Arbeitssicherheit von der Führung eingefordert und welcher Stellenwert ihm gegeben wird.

Als dritte Einflussgröße für das Verhalten der Mitarbeiter ist die Kultur des Unternehmens relevant. Ja, was ist Kultur? Damit meine ich die Gesamtheit der Werte und die von der Mehrheit der Multiplikatoren, also der Führungskräfte als gut und wünschenswert angesehenen Verhaltensweisen. Jeder Mensch in einer Organisation orientiert sich immer an den von der Mehrheit als gut angesehenen Verhaltensweisen. Dazu ein Beispiel. Als ich vor vielen Jahren noch Raucher war und es in den Unternehmen noch üblich war zu rauchen, hatte ich ein beeindruckendes Erlebnis, welches uns die Wirkung der Kultur auf das Verhalten des Einzelnen zeigt. Ich machte einen Rundgang in einem Produktionsunternehmen. Die Halle war neu gebaut und alles vom Feinsten. An den Anlagen und Maschinen war ein geschliffener und versiegelter Parkettfußboden verlegt, der eine bessere Qualität als in vielen Wohnzimmern hatte. Alles war sehr sauber und es gab keine Aschenbecher. Mein Problem war: Wohin mit der Asche? Wie Sie sich vorstellen können, habe ich die Asche mit der Hand aufgefangen und dann an einsprechender Stelle entsorgt. Während ich in Unternehmen, in denen auch Kippen am Boden lagen, meine einfach daneben geworfen habe. Also das Umfeld, die Werte in der Organisation beeinflussen stark das Verhalten des Einzelnen.

Wir sehen, nun hat das Thema Arbeitssicherheit schon eine Bedeutung, die über reine Technik, Vorschriften und schuldige Mitarbeiter hinausreicht. Dies bedeutet, der Umgang mit Arbeitssicherheit im Unternehmen spiegelt die gelebten Werte und die Qualität der Wahrnehmung von Führung wider.

Ich gehe soweit und sage, dass Arbeitssicherheit ein zentrales Thema unternehmerischer Entwicklung ist und richtig verstanden das Unternehmen zu Spitzenleistungen befähigt. Es ist so gewissermaßen ein Reifegradmesser für die Kultur im Unternehmen, ein Gradmesser für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

In meinem aktuellen Buch Kulturwandel finden die erforderlichen tiefergehenden Informationen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Bleiben Sie mir gewogen.

Es grüßt Sie herzlichst,

Ihr Stefan Bartel




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